Mantrailing

Mantrailing ist eine Form der Nasenarbeit, die in den letzten Jahren immer populärer geworden ist.
Das Mantrailing begeistert immer mehr Halter von Familienhunden. Es dient als sinnvolle Freizeitbeschäftigung, zur Auslastung, Kopfarbeit für Hunde und kann Mensch wie Hund unglaublich viel Spaß bereiten.  

Riechen können alle Hunde. Daher ist es für fast jede Hunderasse geeignet. Mantrailing lässt sich von nahezu jedem Hund stufenweise erlernen. Sicherlich gibt es Hunderassen, denen diese Arbeit mehr in die Wiege gelegt wurde als anderen, aber letzten Endes ist es der Spaß der zählt.

Der Hund orientiert sich beim Mantrailing am spezifischen Eigengeruch des Menschen.
Dieser verliert ständig Hautpartikel, wie Hautschuppen und Haare. Diese Hautpartikel können aber noch weitere Bestandteile aufweisen, wie Parfüm-, Medikament- oder Kosmetika Rückstände. Diese Hautpartikel sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Der Hund kann aus vielen Gerüchen, die er aus seiner Umwelt wahrnimmt, den gesuchten Geruch somit herausfiltern.

Beim Mantrailing wird dieser Individualgeruch mit Hilfe eines Geruchsträgers (GT) verwendet.
Diese sind bei den Anfängen meist Schal, Jacke oder andere große getragene Sachen von der vermissten Person (VP).
Am Anfang wird noch auf Sicht hin „geschnüffelt“, damit der Hund versteht, dass der Geruchsträger, der dem Hund vor die Nase gehalten wird, zu der gesuchten Person und dessen Geruchsspur hin führen soll. Klingt am Anfang etwas „verrückt“, ist aber eigentlich ganz leicht zu verstehen. Der Hund muss lernen seine Nase einzusetzen, dass kann er nicht immer sofort.😉

Sandra und Lani <3

Die sogenannten Geruchsspuren, auch Trails genannt, können durch Parks, Wälder, Wohnsiedlungen oder auch durch den Stadtbereich führen.
Wenn der Hundeführer und der Hund die Aufgabe des Suchens verstanden haben, können die Trails später immer schwieriger gestaltet werden. Lange Strecken mit Abzweigungen (z.B. 90 Grad Abbiegungen). Backtracks (der Runner oder die gesuchte Person ist einen Teil des Weges auf der eigenen, alten Spur zurückgegangen). Hoch-/Tiefversteck (Person sitzt auf einer anderen Ebene) und viele mehr. Da sind keine Grenzen gesetzt.

Das schönste an dieser Art mit seinem Hund zu arbeiten ist, dass man ZUSAMMEN arbeitet. Der Hundeführer lernt seinen Hund „zu Lesen“. Signale, feinste Änderungen der Körperspannung, Rutenbewegung, Ohren oder Veränderungen des Leinenzuges.
Diese Signale erlernt man zu sehen, deuten und zu reagieren.

Der Hundeführer ist für das taktische Vorgehen bei der Suche verantwortlich.
Er/sie muss sein Hund lesen können, Witterungsverhältnisse und Gegebenheiten des Trailgebietes erfassen können, um seinen Hund optimal zu unterstützen. Jedes Hund–Mensch-Team wird im Training individuell gefördert, denn nicht jeder Hund bzw. nicht jeder Mensch ist gleich und es bedarf manchmal unterschiedlicher Trainingswege um zum Ziel zu gelangen.

Zur Ausrüstung benötigt man:
Perfekt angepasstes Brustgeschirr, Halsband, Schleppleine (ideal 5-8m), Leckerlis oder andere Belohnungsmittel (z.B. Spielzeug), Wasser für Mensch und Hund, Warnweste für den Hundeführer, wetterangepasste Kleidung, perfekt sitzendes Schuhwerk.

Wir trainieren bei Spürhunde NRW (www.spuerhunde-nrw.de). Es gibt aber auch einige Hundeschulen oder andere Vereine, die Mantrailing anbieten. Hierbei gilt aus meiner persönlichen Erfahrung und Meinung, dass man sich vorher verschiedene Trainingseinheiten an verschiedenen Hundeschulen anschauen sollte, um einen weitreichenden Einblick in Ihre Arbeit zu erhalten. Man sollte sich schon mit den Konzept des jeweiligen Anbieters identifizieren können und auf sein Bauchgefühl hören.

Ich könnte weiter von diesem Sport oder Beschäftigung schreiben, aber dann würde es den Rahmen sprengen. Es ist einfach vielfältig, individuell und auch nie langweilig, denn jedes Mal entdeckt man etwas anderes und/oder neues an seinem Hund und sich selbst!
Lokelani (Horten x Chooka, 2017) genannt „Lani“ und ich sind seit etwa September 2018 beim Mantrailing dabei. Wir haben uns beide weiterentwickelt, haben Rückschläge erlitten und kämpfen trotzdem weiterhin zusammen auf ein WIR hin.
Es macht uns beiden unheimlich viel Spaß, man lernt nie aus und es gibt uns beiden die Möglichkeit zu lernen und daran zu wachsen. 2020 wollen wir an einem Leichengeruchsemiar teilnehmen.
Ab dann wird sich unserer weiterer Mantrailweg zeigen ….. 😉

Anmerkung der Redaktion: Beim Mantrailing gibt es kaum schicke Bilder, aber dennoch möchten wir euch einen kleinen Einblick geben